Der Weg nach Urbs Lipsia

Wir treffen wieder in Krakau ein. Eine spürbare Zufriedenheit ob der von uns gelösten Herausforderungen in Kosnitz ist unser Begleiter auf dem Flug gewesen. Auf der Landeplattform setzen wir auf. Zwei Dinge verbitten sich einen weiteren Aufschub. Zuerst suchen wir den Bischof auf, dem wir von unserem Erfolg berichten. Dann leite ich auch schon dazu über, Marielle von einem Makelvotiv zu erlösen, so wie uns es der Armatura als Reaktion des Bischofs auf sein Lobesband für Marielle in Aussicht gestellt hat. Der Bischof stimmt zu und Marielle ist mit einem Mühlstein weniger belastet. Außerdem kommen wir auf den in deutscher Sprache verfassten Brief zu sprechen. Der Bischof schickt uns deshalb zu einem Gelernten, der der deutschen Sprache auch in der Schrift mächtig ist.
Johannes, der Gelehrte, kann die perfiden Anweisungen ohne Anstrengung für uns vertonen. Demnach hat der Oberste der Neuen Hanse in Urbs Lipsia, der aus purer Ironie auch auf den Namen Johannes hört, zwei, vielleicht mehr Männer angewiesen, für Unruhe entlang des Nordseeraums zu sorgen. Mehr oder weniger sollten sie die jeweilige Lage vor Ort destabilisieren und somit auch die Angelitische Kirche schwächen. Verdammter Titian. Hätte ich schon an Marikes Fischerstand gewusst, was für ein Halunke du bist, wer weiß, vielleicht gar ein vielgliedriges Ding, das den Exkrementen des Herrn der Fliegen entsprungen ist, dann hätte mein Schwert dir schon damals den Schmerz erspart, denn ich dir nunmehr um so länger zufügen werde. Wir bedanken uns bei Johannes, dem Gelehrten und informieren in Bezug auf das neue Wissen den Bischof ein weiteres Mal. Dieser bitte uns darum, in Urbs Lipsia in der Angelegenheit tätig zu werden. Im Gabrielitenland, in Terra Ventosa, wo Schwertarme wie meiner endlich die lange vermisste Stabilität sichern.
Wir fliegen los. Nach Stunden queren unsere Schwingen die Grenze, die das Lehen um Urbs Lipsia zum Ramielitenland abgrenzt. Jedenfalls kommt mir der Gedanke an eine Grenze, die wir überquert haben müssen in den Sinn, als ich wieder Ordnung in der Anordnung von Straßen und Felder zu erkennen meine.
Eine Abwechslung zu den sich in alle Himmelsrichtungen erstreckenden Tomoffelfeldern bietet eine Schar von Menschen, die sich um ein Erdloch gebildet hat. Wir berühern unweit von den Menschen, die sich über unsere Ankunft sichtlich freuen, die Erde. Schnell steht fest, dass einer von ihnen mitsamt des Förderkorbes in die Tiefe gestürzt ist. Klettern, selbst in diesem von Menschenhand gefertigten Schacht, ist nicht ohne Gefahr. Unsere Flügel sind in diesen beengten Verhältnisse eher Last als Freude. Eine Seite des Schachtes misst gut und gerne nur meine Körpergröße. Ich entscheide mich dafür, mich mit Goliath Stärke zu versehen. Aber dem wohligen Empfinden, die eigene Lebenskraft für ein höheres Ziel geben zu können, folgt nicht die erhoffte Wirkung. Währenddessen versucht sich Marielle am Abstieg hinunter. Zweimal muss Ruriel sie vor einem Sturz gleich zu Beginn an der Einstiegskante festhalten, dann schafft es Marielle bravorös in die Dunkelheit abzugleiten. Sie scheint einen Teil der Strecke weiter unter zwar zu fallen, doch ihr gelingt es, sich und den Verletzten Kumpel in den Korb zu legen, das daran befestigte Seil nach oben zu befördern, so dass wir mit vereinten Kräften den Kumpel nach oben ziehen können. Die Menschen sind dankbar für unsere Hilfe und preisen uns. Wir verbringen mit ihnen zusammen die Nacht in ihrer Unterkunft. Am nächsten Morgen machen wir das, wozu sie zu selten kommen, um ihrer Familien zu sehen, wir brechen nach Urbs Lipsia auf und lassen die Armen hinter uns.

21.12.07 18:50

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