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Die Stille nach dem Schuß

Betondecken und -wände, gerade Winkel und trotzdem der Geruch frischer Waldluft. Ich komme wieder zu mir. Wir haben es dem Anschein nach zurück zum Vorposten an der Bergkuppe geschafft. Rhuriel, Marielle, Rahel und Korell sind auch hier. Alle hier, dem Einen sei dank. Die Hände Rhuriels umsorgen mich, obwohl ich mich leider auch nach der Behandlung nicht besser fühle. Während eines Gesprächs mit ersten Ecken und Kanten kommen wir überein, diese Nacht an genau diesem Ort zu verbringen. Ein Hauptgrund ist dadurch gegeben, dass Rahel aufgrund ihrer fragilen Gestalt nicht fliegen kann, was die Rückkehr nach Innsbruck in weite Ferne rücken lässt. Außerdem weht ein neuer Wind. Korell liebt es zu fabulieren. Ich glaube, dass bei ihm wie beim jedem Michaeliten die Anlagen vorhanden sind, aus einem klaren Einakter einen verquastetes Drama in fünf Akten zu machen. Dass wir uns meiner Meinung nach in einer schlechten taktischen Position befinden, weil dies hier ein den Ketzern bekannter Ort ist, wird von den anderen übersehen. Warum sollten sie nicht kommen und nachsehen, was Sache ist. Schließlich habe ich sie doch über den Kasten dort in der Nische gehört, als ich die fremden Lichterkerzen durch Drücken der Wippen und Schalter verändert habe. Rahel spricht in diesem Zusammenhang von einer Kommunikationsanlage, mit der eine Konversation zwischen entfernten Punkten möglich sei. Hm, verstehe ich zwar nicht wie das möglich sein soll, aber ich nehme es einfach mal für bare Münze.


Diese Aussage verblüfft mich. Aus dem Stand kann sie die Art der Anlage deduzieren, aber an die Vorkommnisse vor ihrer Gefangenschaft kann sie sich nicht erinnern. An nichts, nicht an ihre Engelsweihe, an Prag oder an sonstiges. Bei Korell bietet sich ein differenziertes Bild. Er hat die Welt wohl schon bereist und ist aus noch verborgen liegenden Gründen in die Fänge der Ketzer geraten. Muss hart gewesen sein für beide.


Ich entschließe mich, nicht in dem Konstrukt zu schlafen, innerhalb dessen aktuell meine Füße stehen, sondern begebe mich mich Marielle nach draußen. Marielle wird als Wache die Gegend beobachten, währenddessen ich in der klaren Luft den Anblick der Sterne genieße. Rhuriel insistiert ob der Entscheidung, was mir einen lauten Ton abverlangt, um sie zurechtzuweisen.


Die Nacht zerreißt, als Marielle mit ihrem Animo im Schlepp vor mich tritt und rasch davon spricht, dass das Wiesel etwas gewittert hat. Ich gehe die anderen wecken. Der Waldboden wird zu unserer Luft als wir reisen. Das Wiesel führt uns auf fast direkter Linie Richtung der lichten Stelle, an der wir damals noch zu dritt dieses Monster erlegt haben. Ein wirklich lautloser Marsch gelingt uns nicht auf dem Weg. In der Nähe der Lichtung halten wir inne. Animo deutet an, dass er weiter eine Witterung wahrnimmt, als wir Geräusche hören, die wie Schmatzen klingen. Ich lasse meine Instinkte die Kontrolle übernehmen und begebe mich hoch in die Luft, das Flammenschwert gezogen. Eine Gruppe von Raben wird durch mein ungestümes Verhalten aufgeschreckt und flattern aufgeregt davon. Über den Baumwipfeln offenbaren die Raben vollkommen unerwartet ein äußerst aggressives Verhalten. Drei von ihnen stürzen sich auf meine ungeschützen Körperstellen. Eines dieser Biester pickt unablässig mit seinem Schnabel in meinen Nacken. Ein erster Hieb mit dem Schwert bleibt ohne Erfolg. Ich spüre, wie Blut meinen Nacken herunter läuft. Der Rabe lebt jedoch nicht mehr lang genug, um seinen Triumph zu feiern. Das Schwert trifft und spaltet ihn in zwei. Ich lasse meine Seele in Flammen aufgehen und kümmere mich über die anderen beiden Burschen. Ein Treffer eines der Raben spornt mich nur weiter an, ihm Feuer zu geben. Dann ist der Zauber aus. Die toten Körper der Tiere fallen zurück zum Boden. Ich suche mir einer geeignete Baumkrone um dort die Lage zu inspizieren und meine Wunden zu lecken.


Von oben beobachte ich die anderen unten am Boden dabei, dasjenige auszuspähen, was dort von uns vermutet im Dunkeln für die Laute verantwortlich war, die wir gehört haben. Unten entzünden sie eine Fackel, die sie sogleich in die Lichtung werfen. Die Konturen der toten Kreatur werden in Licht getaucht. Große Teile der Körpers scheinen verzerrt worden zu sein, seitdem wir es zuletzt gesehen haben. Rhuriel, Marielle, Korell und Rahel geraten unvermutet ebenfalls in eine Überraschungsattacke der Raben, die ganz im Gegensatz zu ihrer Natur agieren. Ich atme auf, alles es auch die anderen unten schaffen, die Raben abzuwehren.


Ich brecht die Stille und erkundige mich nach dem Wohlbefinden der Schar. Obwohl, ist die Schar noch als meine zu bezeichnen? Es gibt den Michaeliten und es ist doch an ihm, den roten Faden aufzunehmen und zu führen. Wird schwer, mein Gesicht in der sich anbahnenden Transitionsphase zu wahren. Ich muss sagen, dass ich in der erst widerspenstig angenommene Rolle inzwischen einen Reiz ausgemacht habe. Aber es sind die Abkömmlinge Michaels, die führen. Der Eine hat es so verkündet und der Pontifex lebt ebenso diese Doktrin. Wie kann ich mich nur einen Augenblick dagegen entscheiden, diesem Weg nicht Folge zu leisten. Meine Gedanken beiseite wischend, steige ich hinab auf die Lichtung. Wir tauschen uns über die Raben aus. Die Vermutung liegt nah, dass die Raben von der Kreaturen gefressen haben und sich dadurch auf eine kranke Weise ihr Verhalten derart verändert hat, wie von uns erlebt. Die anderen vier wollen den Kadaver verbrennen. Dazu wird eine Menge Holz notwendig sein, da die Traumsaatkreatur noch immer über und über mit Flüssigkeit gefüllt ist. Ich trete zu den anderen in Opposition und schlage vor, den Körper mit lockerem Waldboden zu bedecken, wenn überhaupt, da ich keine Minute länger hier an diesem düsteren bösen Ort verbringen möchte. Ich werde überstimmt und stehe fortan als Wache bereit, um auf drohendes Ungemach zu reagieren, während das Holz von meinen Mitengeln zusammengetragen wird. Ein Berg toten Holzes wird aufgeschichtet. Ich erfahre eine weitere Demütigung, als in meinem Flammenschwert nichts weiteres gesehen wird, als ein Schwert, das mitunter brennt. Ich halte einen Teil von mir an verschiedene Stellen, von denen alsbald Flammenzungen gen Nachthimmel aufsteigen.


Da wir uns weiterhin nicht nach Innsbruck aufmachen können, kehren wir verrichteter Dinge zurück zum Unterstand, wo wird den Rest der Nacht verweilen. Bei Tagesanbruch fühlt sich Rahel ebenso wie gestern nicht in der Lage, nach Innsbruck zu fliegen. Die Entscheidung fällt, zu Fuß nach Pertisa, dem zuvor von uns besuchten Dorf zu gehen.


Auf dem Weg liegt auch das Grab des Urieliten. Zum ersten Mal sehen nun aus Korell und Rahel die Ruhestätte, den Körper, der nur von Steinen bedenkt ist. Ich spreche ein Gebet für den Urieliten und für uns. Dann wird wieder dieser Frust heraufbeschworen in mir. Wiederum beschließen die anderen, den Körper zu exhumieren, um ihn zu verbrennen. Erneut bewegen wir uns wieder wie auf dem Präsentierteller über eine Stunde um das Grab herum, um einer einerseits den Körper freizulegen, andererseits erneut genug Feuerholz zu sammeln, um den Körper in Brand zu setzen. Nun, nicht alle. Ich beteilige mich am Treiben nur mit meinen Augen, indem ich die Arbeiten verfolge. Wurde ich für meinen Enthusiasmus verwundert angeschaut, den Samaeliten aus seinem Gefängnis im Bunker zu befreien, so finde ich den Gleichmut erstaunlich, mit dem der verwesende Körper des Urieliten ausgegraben wird. Gut, mir egal. Der Urielit brennt, wir werden nicht aus diversen Winkeln mit Feuerbüchsen angegriffen, das zählt. Auf nach Pertisa.


Wir schaffen es tatsächlich, das Dorf ohne weitere Feuer zu erreichen. Der Anblick ist immer noch düster. Die Kirche verbrannt, wie auch zwei andere Gebäude. Es wird Zeit ins Land gehen, bis hier alles wieder steht. Die Bewohner begrüßen uns erfreut. Unvermittelt fragt Marielle allen Ernstes nach Pfeilen, die sie brauche. Zwar hat sie viele Pfeile verschossen, trotzdem halte ich es für sehr gewagt anzunehmen, dass sie die Leute direkt darauf gestürzt haben werden Pfeile zu produzieren, während hier alles in Asche liegt. Aber gut, ich schlucke dieses Erlebnis nach unten. Wir werden zum Essen eingeladen, was wir sehr gerne annehmen. Ich schlage vor, erst den Kranken einen erbaulichen Besuch zu machen. Der Anblick von Engeln wird ihre Lebenslichter hervorzaubern. Im improvisieren Krankenhaus werden wir willkommen geheißen, vor allem Rhuriel. Nach einer kurzen Segnung, nimmt sich Rhuriel Zeit, die Kranken zu versorgen.


Wir werden zum Essen gerufen. Die Suppe ist köstlich nach der ganzen Feldverpflegung. Dünn und klar, aber warm und mit den richtigen Gewürzen versehen. Wir bieten an, beim Aufbau des Ortes morgen zu helfen, ich sehe die Aufgabe bei mir, einen Gottesdienst abzuhalten, um die Geister der Anwesenden zu erbauen. Der nächste Tag gestaltet sich schwer für meine Mitengel, viel Holz muss bewegt und verbaut werden. Rahel offenbart ein Talent für die Verarbeitung von Holz. Von mir aus der Ferne beobachtet, wird sie von Marielle dazu angetrieben, Pfeile herzustellen. Marielle setzt nunmal ihre eigenen Prioritäten. Was dabei herauskommt, bekomme ich nicht mit. Als der Abend gekommen ist, halte ich den Gottesdienst ab. Vater Roderich, der sonst diese Aufgabe übernimmt, lässt mich gewähren. Ich erzähle die Geschichte des Fischerstechens, weil ich mir gut gefallen hat. Ich denke, dass sie für die Zuhörer neu sein muss – bis auf Marielle und Rhuriel natürlich -, und dass die in ihr enthaltene Quintessenz des Zusammenhaltens über Rückschläge hinweg, eine sehr gute Inspiration darstellt. Die Leute reagieren angeregt und erfreut.


Mein Ziel erreicht, nutze ich die sich auflösende Menge, um mit Vater Roderich zu unterhalten. Von Rhuriel hole ich mir noch den Lederfetzen ab, den ich für die Habseligkeit eines Sameliten halte wegen des abgebildeten Turms darauf. Vater Roderich kann in der Tat etwas darüber aussagen. Es ist seiner Meinung nach nicht im Besitz eines Samaeliten gewesen. Vielmehr gehöre das Leder einem der Pii, der Wächter des Turms, die dadurch ihrer verlorenen Samaelitenbrüder gedenken, die auf Korsika vom Fegefeuer umschlossen sind. Ich danke dem Vater ausdrücklich ob seiner obskuren Untersuchungsmethoden des Leders und begebe mich schnurstracks in die Küche. Aus dem Ledenstück und von der Köchin mir bereitgestellter -schnur fertige ich eine Halskette an. Mein Weg setzt sich also ungebremst fort. Ich danke dem Einen. Nun kann ich mich mit den anderen zur Ruhe begeben. Am nächsten Tag kommen wir erneut in den Genuss eines wunderbaren Mahls. Nach dem Frühstück in Frieden sammle ich noch einen kleinen Teil der Asche aus der Kirche ein. Als mich Vater Roderich fragt, warum ich das mache, sage ich, dass ich die Asche demjenigen in den Mund streuen werde, der hierfür verantwortlich ist.


Eine unerwartet gute Nachricht kommt von Rahel. Mittels der Heilkünste von Rhuriel ist Rahel in der Lage, heute in den Himmel mit uns aufzusteigen. So nehmen wir Abschied und fliegen nach Innsbruck zurück. Oh, wie ich mich freue, Rob seines Amts zu entheben. Wie ich diese Inkompetenz auf Beinen hassen gelernt habe. Nichts, nichts hat er bemerkt. Vor seinen Augen hat sich alles so negativ entwickelt, wie wir es am eigenen Körper erfahren mussten. Uns der Kirche nähernd, sehen wir plötzlich Trauerflor an den raphaelitischen Flaggen. Was ist nur geschehen? Wir landen auf der Plattform. Rutgers Platz ist verweist, aber aufgeräumt, die Tür zu Robs Gemach steht offen. Ohne weiter zu überlegen, mache ich mich mit den anderen im Schlepp auf zu Robs Raum. Nur treffen wir nicht auf Rob, sondern auf die Dekanus Fabia, die an Robs Schreibtisch an seiner statt Platz genommen hat. Rob ist tot. Der Satz trifft mich ins Mark und beraubt mich meiner Ruhe. Ein Pfeil habe Rob niedergestreckt in Verlauf der letzten Nacht. Direkt in den Kopf sei der Pfeil gedrungen und ließ Rob grotesk an der Säule weilen, da der Pfeil anschließend wie der Nagel eines Bilderrahmens Rob an der Säule aufrecht stehend fixierte. Rob habe den letzten Tag zudem mit Sobe verbracht, so Fabia. Eine Menage à trois mit Rutger, Robs Sekretär wird ebenso von ihr erwähnt. Rutger und Sobe hätten demnach auch etwas miteinander. Oh Einer, ein Verbrechen aus falscher Leidenschaft auch noch, nein. Ich lasse meine Selbstbeherrschung fallen und beginne den Raum und die in ihm vorhandenen Schätze zu zerlegen. Wild, unbeherrscht – und unterbrochen vom starken Einspruch von Korell. Korells Stimme erreicht mich wie ein Orkan. Ein Tunnel tut sich auf vor meinen Augen. Die Kunstwerke, eben noch nah vor mir, entfernen sich vor meinen Augen wie am anderen Ende eines Tunnels stehend, zu dem ich immer mehr Abstand gewinne. Für den Moment bin ich ruhig.


Ich kann mich wieder einreihen, um den Mord an Rob aufzuklären. Insgeheim frage ich mich, wer überhaupt einen Groll auf Rob hat entwickeln können, so nur seine eigenen Belange befriedigend wollend lebend, wie Rob es uns vorgemacht hat. Wie kann so jemand die Zeit finden, sich Feinde zu machen? Ich durchsuche zusammen mit Rahel und Rhuriel den Raum, während Korell und Marielle Robs Leichnam und den tödlichen Pfeil untersuchen wollen. Im Schreibtisch Robs finden wir nur Zahlen und Fakten über offiziellen Aufgaben Robs, aber auch schwülstige Liebensbriefe auf Deutsch von Sobe. Zum sich übergeben. In Rutgers Schreibtisch ist hingegen bis auf den offiziellen Briefeingang und diverse Zeichenutensilien nichts zu finden. Marielle und Korell kommen nach einiger Zeit zurück. Um die Ermittlungen zu beginnen, wollen wir mit Rutger reden. Vor dessen Zimmer stehen zwei Paar Schuhe. Zwei Paar Männerschuhe. Mit meinem Fuß und meiner Schulter gelingt es mir nicht, die Tür zu öffnen. Ich brülle hinein, dass Rutger die Tür gefälligst schnell öffnen soll, sonst setze es was. Gedämpfte Stimmen sich zu hören hinter der Tür. Ein Riegel wird zur Seite geschoben. Das Gesicht von Rutger erscheint hinter der Tür. Wir drängen ihn zurück in den Raum. Wie erwartet hatte er gerade unzüchtigen Verkehr mit Sobe. Menschen. Deren Wege können ohne uns nur ins eigene Verderben führen. In einem kurzen, auch physisch geführten Gespräch, können beide nicht wirklich etwas zum Fall beitragen. Das Geschwafel spare ich mir wiederzugeben. Es ist das übliche Gewäsch von Leuten, die wissen, dass sie gegen die Vorgaben des Einen mehr als einmal verstoßen haben. Auf ihre Hilfe kann ich verzichten. Für mich steht fest, dass diese beiden Aale nicht das Rückrad aufweisen, das zum Mord am Rob notwendig gewesen wäre.


Wir verlassen den Raum und beratschlagen uns. Marielle und Korell sprechen von einem kunstvoll gefertigten Pfeil, der Rob zur Strecke gebracht habe. Ich würde gerne den Pfeil sehen, den Marielle entgegen ihrer Natur nicht eingesteckt hat. Mit einem entsprechenden launigen Kommentar ihrerseits begeben wir uns zu Rob und dem im gleichen Raum aufbewahrten Pfeil. Der Pfeil ist wirklich etwas besonders, nicht dass ich mich damit so auskennen würde wie Marielle oder – überraschend Rahel, die etwas Vertrautes in dem Pfeil zu sehen scheint, wenn auch nur die Federn.


Da Rutger und Sobe nicht zu meinen besten Freunden geworden sind und ich zumindest für „Ruti“ keine helfende Hand übrig hatte, schlage ich vor, dass jemand anders mit den beiden redet und sie nach jemanden ausfragt, der etwas mit dem Pfeil anfangen kann, sei es als Händler oder Sammler. Korell übernimmt das. Er kommt mit einem Namen zurück, Willi Bogner, einem Bogenmacher/-händler. Endlich ein Ansatzpunkt. Wir machen uns zum Markt auf, der wie an jedem Tag hier in Innsbruck äußerst beliebt ist. Leicht verloren frage ich einen Passanten nach dem Bogenmacher und wo wir ihn finden könnten. Sehr freundlich schildert er uns den Weg vorbei ein einer zur empfehlenden Bäckerei bis zu einer Räucherei, die sich in unmittelbarer Nähe des Bogenmachers befände. Die Bäckerei lassen wir vorerst hinter uns und finden schließlich Willi. Bogner ist ein echter Experte auf seinem Gebiet. Er kann uns einiges über den Pfeil sagen. Mit dem Pfeil sei es möglich, über große Entfernungen ein Ziel zu treffen. Ein Flugpfeil. Meine Frage, ob der Pfeil von den Urieliten stamme, erhält keine eindeutige Antwort. Eine neue Spur ergibt sich leider nicht. Wir treten auf der Stelle. Meine Motivation schwindet. Es ist gut, dass es Rob getroffen hat, nur die Art und Weise, nicht das Ergebnis macht für mich überhaupt den Grund unserer Ermittlung aus.


Da ich mir von Kampf zu Kampf immer ärger einen Bogen gewünscht habe, um Feinde auf Distanz zu halten, gebe ich Willi noch einen der lustig bedruckten Schein und erwerbe einen Bogen nebst Futteral und Pfeilen. Die Preise erscheinen mir hoch, aber von irgendwas muss der Mann aber letztendlich auch leben. Und die lustigen Scheine werde ich nicht mit in den Himmel nehmen können.


Die anderen möchten noch Kleidung und Waffen kaufen. Ich beteilige mich an den Auslagen mit einer Spende und mache mich zusammen mit Rhuriel zum Bäcker auf, um die hiesigen Köstlichkeiten zu probieren. Der Bäcker ist wirklich zuvorkommend und offeriert uns eine ganze Palette an Gaumenfreuden. In Kombination mit Met ist das Naschwerk die Sünde eines zunehmenden Bauchumfangs absolut wert. Im Gespräch mit dem Bäcker erzählt er mir etwas von Fabia, auf die ich ihn anspreche. Seiner Auskunft nach befinden sich die Templer hier vor Ort in einem erbärmlichen Zustand. Die Ausrüstung und die Führung von Rob ist eine einzige Katastrophe. Und die Gefahren sind vorhanden. Vor ungefähr drei Jahren, so der Bäcker, wurde Fabia auf eine Mission im Grenzgebiet zum Jeremielsland von Rob gesandt. Dort angekommen wurde sie in Kämpfe mit den Morlocks verwickelt, an deren Ende zwar ein Sieg, aber auch die sich über ihr Gesicht erstreckende Narbe stand. Ich erinnere mich an die Narbe, die wirklich entsetzlich aussieht. Daraus baue ich mir eine neue Verdächtige zusammen. Jemand der verbittert ist über ihren Dienst in Innsbruck, der die Zeit hatte und die Fähigkeit, einen Pfeil derart präzise zu verschießen. Aber reicht das? Macht das einen Diener des Herrn aus? Darauf man so handeln aus ausdrücklich persönlichen Motiven?


In diese Gedanken hinein fällt die Rückkehr von Marielle, Korell und Rahel. Wir wollen zurück zur Kirche. Den von mir angebotenen Arm weist Rhuriel zurück und hält sich indes an Korell. Nein, eigentlich wollen die anderen zurück zur Garnison, um sich dort mit Ausrüstung einzudecken. Wo diese ist, bleibt aber vorerst ein Geheimnis. So suchen wir bei unserer Rückkehr umgehend Fabia auf, die immer noch in Robs Raum zugange ist. Ich konfrontiere sie direkt mit den mir nun bekannten Vorgängen vor drei Jahren. Aber sie versichert mir, dass sie Rob nicht umgebracht habe. Ich glaube ihr für den Moment, obwohl, Zweifel bleiben, wer sonst ein Motiv hätte. Da mir die Leckereien doch ganz schön auf den Magen geschlagen sind, entscheide ich mich dafür, mich von den anderen zu verabschieden und meine Zelle aufzusuchen, hier kann ich sowieso nicht weiterhelfen.

1 Kommentar 17.2.08 15:39, kommentieren



Zugzwang

Die letzte Sitzung begann recht früh unerwartet zu verlaufen. Das lag vor allem am Tod von Rob. Die damit verbundenen Konsequenzen sind mir ungewollt stetig im Kopf herumgewabert. Vieles liegt noch im Dunkeln, aber das hinter all dem ein ziemlich perfider Plan stecken dürfte, liegt auf der Hand. Schwer wiegt in jedem Fall, dass wir als Spieler nun einem Zugzwang unterliegen aufgrund des Spielhintergrundes. Die Lösung des Ganzen ist dabei weniger hinter D20-Regeln noch Arkana-Karten-Hokuspokus versteckt. Ich bin motiviert, eine interessante Session mit einem guten Cliffhanger und einem sehr zuckerverschmierten Gabrieliten, den man so gar nicht auf einer Stehparty haben möchte.

20.2.08 20:59, kommentieren

Rambo, John

Gestern habe ich eine Legende meiner Kindheit gesehen, "John Rambo". Nichts für Feingeister, aber erstaunlich gut und konsequent. Der Film ist weitaus näher am Orginal von 1982 als Teil 2 und der schlimme dritte Teil. Aber ich habe durch den Film leider gemerkt, dass ich nicht mehr schnell genug den Bodycount hochzähle. Auf jeden Fall eine sehr schöne Inspirationsquelle für Spieler von Gabrieliten-Charakteren. ;-)

1 Kommentar 23.2.08 17:55, kommentieren


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