Fertigkeiten Stufe 2

Tenuriels Fertigkeiten auf Level 2
FertigkeitBezugs-
attribut
Fert.-mod. Attributs
-mod.
RangSonstige Mod.
Auftreten CH 1 +1 0 0
Balancieren GE* 3 +3 0 0
Beruf WE - 0 - -
Bluffen CH 1 +1 0 0
Diplomatie CH 0 +1 0 0
Einschüchtern CH 4 +1 3 0
Entdecken WE 0 0 0 0
Entfesselungskünstler GE* 3 +3 0 0
Fälschen IN 1 +1 0 0
Handwerk IN 1 +1 0 0
Heilkunde WE 0 0 0 0
Informationen sammeln CH 1 +1 0 0
Klettern ST* 1 +1 0 0
Konzentrieren KO 1 +1 0 0
Lauschen WE 2 0 2 0
Leise bewegen GE* 3 +3 0 0
Lenken GE 3 +3 0 0
Lippen lesen IN - +1 - -
Mechanismus ausschalten IN -
+1 -
-
Mit Tieren umgehen CH - +1 - -
Motiv erkennen WE 0 0 0 0
Naturkunde WE 0 0 0 0
Reiten GE 3 +3 0 0
Reparaturen IN 1 +1 0 0
Schätzen IN 1 +1 0 0
Schlösser öffnen GE - +3 - -
Schriftzeichen entschlüsseln IN - +1 - -
Schwimmen ST 3 +1 2 0
Seil benutzen GE 3 +3 0 0
Sprengstoffe IN 1 +1 0 0
Springen ST* 3 +1 2 0
Suchen IN 1 +1 0 0
Turnen GE* - +3 - -
Verkleiden CH 1 +1 0 0
Verstecken GE* 3 +3 0 0
Wissen(Religion) IN 4
+1 2
0
Wissen(Traumsaat) IN 2
+1 1
0

19.12.07 22:48, kommentieren

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Diaspora

Ich treffe zum ersten Mal die Entscheidung die Schar zu teilen, als wir vor die Mühle treten. Da Marielle unsere mit Abstand beste Fliegerin ist, entsende ich sie nach Krakau, um die ansässigen Ramielitentempler als Verstärkung in Marsch setzen zu lassen durch den Bischoff. Marielle fliegt los, während Ruriel und ich mich erneut zum Bäcker aufmachen. Wie die Katze die auf den entscheidenden Sprung wartet, fiebere ich dem Moment entgegen, wenn er uns wieder hinein bittet. Mein Wunsch erfüllt sich. In einer einzigen Anklage kann ich meinen angestauten Frust auf ihn schleudern, auf diese mit Mehl am ganzen Körper bestäubte, jammerliche etwas von Mann. Ich ordere an, das Mehl, sowie die damit gebackenen Brote zu vernichten. Die Brote vergehen im Feuer, während wir das Mehl in den Fluss schütten mitsamt der Säcke. Dann bringen wir den Bäcker und seine Frau, die mit keiner Silbe dem Treiben ihres Mannes wie unserem Einhalten geboten hat, zur Garnison.

Die Entscheidungsfreude hat mich wieder. Fast würde ich mit einem Dolch die Beule in Janoschs Nacken aufschneiden, doch Ruriel übernimmt das mit dem Fingerspitzengefühl eines Medicus für mich. Zuvor haben wir dieser geplagten Seele gut zugeredet, auf seinem Bett fixiert und vorbereitend für den den Eingriff kurz aus der Wachwelt gerissen.

Vorsichtig schneidet Ruriel mit ihrem kleinen aber scharfen Messer die Haut entzwei. Wir sehen den uns schon bekannten Fortsatz. Ich lege die Klinge meines Dolches darauf, während ich daran ziehe. Und tatsächlich, ein hummerartiges Wesen, dass sich an seinem Wirt labt und ihn empfänglich für den süßen Klang der Suggestion macht. In Gedanken spiele ich die Möglichkeit durch, das Untier lebend mitzunehmen, um es untersuchen zu lassen, doch Ruriel rät mir ab. Dann lasse ich sie noch die inzwischen zusammengerufenen Templer untersuchen. Sie verkündet, dass niemandem ein ähnliches Ungemach droht. Dann verbarrikadieren wir uns für die Nacht.

Am nächsten Morgen teilen wir uns allesamt in Zweiergruppen auf, um Kosnitz von den Auswirkungen der verdorbenen Lebensmittel endgültig zu befreien. Wir beginnen damit, von Tür zu Tür zu gehen, die Brote und das Mehl einzusammeln, was natürlich reden und nochmals reden erfordert. Da ein diplomatischer Ton nicht zu meinen Vorzügen gehört und ich im Laufe meiner Ausbildung gelernt habe, meine Anteilnahme zu rationieren, fällt mir diese Aufgabe nicht schwer. Doch, schwer ist sie trotzdem. In diesem Teil der Welt gebietet ein knurrender Magen Einhalt. Oh, wie ich hoffe, dass Krakau dabei hilft, den durch die Menschen zu erleidenden Verlust zu kompensieren. Unsere stoische Abfolge wird nur einmalig durch das Aufflackern der Traumsaat gestört, als eine Versuchte mich anzugreifen meint. Ich teile sie entlang ihres Körpers in zwei Hälften, spüre, wie ich Haut, dann Sehnen, ihre Blutkanäle und dann blanken Knochen durchtrenne. Es ist so anders als eine dieser verdammten Schaben zu töten. Ich bringe an diesem Ort, zu dieser Zeit ein Leben um, das von so viel mehr einst getrieben wurde als Kummer, Leid und Wut auf das Allerheiligste.

Da kehrt, der Eine sein gepriesen, Marielle zurück von ihrer Reise. Sie als ausgezeichnete Flugsolistin bringt mit sich einen Trupp Ramielitentempler, ein guter Tag ab dieser Stunde. Wir erledigen unseren Rest zusammen mit den Templern. Dann fliegen wir als vereinte Schar nochmal zu Marike, um zu klären, ob gegebenenfalls ihr Boot von dunklen Geistern dazu missbraucht wurde, die in der Mühle gefundenen Schalen anzulanden. Im Boot finden wir nichts. Doch meine Mitstreiterinnen schlagen vor, aufs Neue zu den Muschelbänken zu fahren, um dort mit Netzen alles zum zweiten abzusuchen.

Wir erreichen die Bänke. Das aufgepeitschte, trübe Wasser lässt uns von oben keine neuen Erkenntnisse gewinnen. Sodann starten Marielle und nach einem Zögern auch ich den Versuch, unter Wasser den Grund für die leeren Muscheln zu erfahren, besser, mit der Hand zu greifen. Ich habe wie Marielle auch, anfangs große Probleme, überhaupt zwei, drei Meter zu tauchen. Wasser dringt in meine Lungen, die daraufhin zu brennen beginnen. Ich kämpfe gegen die Mattheit an und tauche mit letztem Willen unter. Die Hand vor Augen kaum erkennend, findet der Kampf mit dem Meer eine Fortsetzung. Vor mir tauchen die Muschelbänke auf. Inmitten der Reihen sehe ich mir unvertraute hellere Muscheln, die auf...Wurzeln zu wachsen scheinen. Ich durchtrenne eine der Wurzeln und nehme sie mit der Muschel zusammen mit nach oben. Marike erklären wir, das diese Bänke von nun an nicht mehr für eine Ernte in Betracht gezogen werden dürften. Die letzte Gefahr hier vor Ort ist somit auch gebannt in meinen Augen. Doch, es droht ein Pyrrhussieg zu werden, kümmerten wir uns nicht um Urbs Lipsia und die neue Hanse. Ich will außerdem endlich wissen, was in dem Brief steht, den Marielle wider Erwarten nicht dem Bischoff vorgelegt hat als Beweis.

Zurück in Kosnitz nehmen wir vorläufig Abschied von Juri, Irina und dem kürzlich eingetroffenen ramielitischen Armatura. Ich bitte ihn, Marielle ein Makelvotiv zu nehmen. Er könne es selbst nicht, würde aber ein Bittgesuch beim Bischoff von Krakau unterstützen. Mit Dank steigen wir auf Richtung Krakau.

19.12.07 22:42, kommentieren

Der erste Stufenaufstieg

Engel funktioniert mit D&D-Regeln. Wir sind nicht Papst, aber aufgestiegen auf Stufe 2. Bonustalent, Bonustalent!

Bald mehr.

18.12.07 23:43, kommentieren

Der rote Faden

Wir gehen mit dem Arzt und der Hebamme im Schlepptau zurück zu Garnison. Unsere Diskretion wird durch Juri unterminiert, der in der Garnison verweilen sollte, um dort auf aufkeimendes Ungemach reagieren zu können. Ich fühle mich leicht angefressen, da sich auch dieser Tag nicht anschickt, die noch fehlenden Geheimnisse des großen Ganzen uns zu offenbaren.

Die Garnison ist endlich erreicht. Ich sende ein Stoßgebet, dass wir keinen Menschenauflauf produziert haben und so die Leute noch mehr verschrecken und ihnen die Angst noch mehr in die Glieder kriecht. Von der einen zur anderen Sekunde, Ruriel und Marielle scheinen es gar noch schneller als ich erfasst zu haben, ist im dringt aus den ebenerdigen Räumen kein Laut. Alles ist wie totenstill. Ein Ruf verhallt ungehört, nur ein leichtes Klicken erreicht kaum hörbar unser Ohr. Die Waffen sind schnell zur Hand, doch können wir nur einen toten Templer mit den Augen erhaschen, der nach vorne über gebeugt seine letzte Mahlzeit eingenommen hat. Sein Nacken bezeugt des Templers letzte Augenblicke mit einer blutroten und tiefen Wunde. Veranlasst, nach dem Meuchler zu suchen, durchkämmen wir die Garnison. Ich befürchte gar, dass wir mit unserer Nachsicht Janosch den Weg geebnet haben, von dem wir nicht wissen, ob ihm nicht etwas oder jemand seine Gedanken vergiftet hat. Doch Janosch schläft und speit Teile seiner letzten Mahlzeit aus. Für mich sieht es so aus, als enthielte diese kleine weiße Gesteinsbröckchen. Während wir Janosch untersuchen, klagt aus dem Nebenraum ein Templer, Boris, über die schlechter werdende Brotqualität und dass dies ein generelles Problem der vergangenen Tage sei. Ich beschließe, mit dem Templer zu reden. Mir gehen die Strohhalme aus, mit denen ich es schaffe, mich nicht zu kurzsichtigen Handlungen hinreißen zu lassen. Von Boris erfahre ich, dass Baldur immer schlechter werdendes Brot liefert. Da Stillstand zu Rückschritten führt, suchen Marielle, Ruriel und ich den Bäcker auf, der noch am diesseitigen Ufer sein Haus bezogen hat.

Der ganz eigene Geruch von Backwerk dringt schon auf Distanz in unsere Nasen. Backen ist ein famoses Handwerk, selbst wenn man zwei Bäckern die auf die Unze und den reinen Augenschein gleiche Verhältnisse einräume, die Ergebnisse könnten oft nicht unterschiedlicher sein. Ich liebe den Duft von Sesam. Ich klopfe bestimmt an die Tür und Baldur öffnet. Ohne Umschweife komme ich zum Punkt. Warum hat er das Brot in dieser minderen Qualität verkauft. Ich spiele mit den für ihn möglichen Strafen, er beginnt zu plaudern. Der Müller habe ihm einen preislichen Nachlass gewährt, deshalb habe er sich dazu bereit erklärt, das Mehl zu verarbeiten. In meiner Schar regt sich Widerspruch. Wir fahren ihn an, was in ihn gefahren sei, ob er sich seiner Verantwortung bewusst sei. Schließlich lassen wir ihn mit der Aussicht auf einen späteren Besuch von uns allein in seiner Backstube. Wie sehr er sich von den Kosnitzer erfernt hat, zeigt sich meiner Meinung in seiner Frage, was man sich im Dorf denn so über seine Waren erzähle. Wie überaus impertinent.

Der Weg zum Müller lässt uns den Fluss überqueren. Vor der Mühle, die mit der Flussströmung angetrieben wird, steht ein Esel. An ihm sich Säcke befestigt, die mit Mehl oder etwas anderem gefüllt sein müssen. Ich schneide einen Sack mit dem Dolch ein, auf dass mir diese unheilvollen Muscheln erneut entgegen purzeln. Zusammen mit den anderen untersuche ich sie und Ruriel trifft den Nagel bei der Untersuchung auf den Kopf, es handelt sich wieder um diesen toten, leeren Muscheln, die wir sowohl auf dem Markt wie auf See schon zu Gesicht bekommen haben. Zum ersten Mal liegt ein roter Faden vor unseren Füßen. Erneut klopfe ich an einer Tür, aber nun im Glauben an eine glückliche Fügung. Der Müller bittet uns von drinnen herein, ich öffne die Tür und zwei sehr große Menschen blicken mich hinter dem Mühlstein stehend an. Der Geselle ist noch relativ schlank, aber entsetzlich groß, fast doppelt so groß wie ich selbst. Der Müller ist ein Koloss, ein menschlicher Fleischberg. Er labt sich anscheinend gut an dem, was er dem Dorf vorenthält. Ich ziehe das Flammenschwert und lasse es sich entzünden. Der Müller, aufgeschreckt, versucht, sich aus der Sache zu winden. Doch meine Anklage beginnt, auf ihn einzuprasseln. Marielle und Ruriel beginnen indes, die Mühle zu inspizieren. Damit der Müller und sein Geselle keine Gedanken an Flucht verschwenden, lasse ich beide in die Hocke gehen, die zumindest für Momente hastige Bewegungen bremsen dürfte. Als ich meinen Bild leicht nach links zur Seite wende, sehen diesen Moment beide ihre Chance gekommen, sich uns auf ihr ureigene Art zu enthüllen. Ihre Körper wellen und verbiegen sich, Knochen werden beiseite gedrückt und dann reißt ihre Haut an vielen Stellen ein, so dass das Blut auf den neu entstehenden Furchen läuft. Ein schauerlicher Anblick. Vor uns befinden sich zwei große, menschenähnliche Schaben. Aber ich bin ein Gabrielit, ich bin gerüstet auf Geschehnisse wie dieses. Ich weiß nicht, ob meine Hand oder zuerst mein Kopf handelt, aber ich werfe das in Prag erworbene griechische Feuer auf das, was von dem Müller noch übrig ist. Gepriesen sei der Eine, den meine Tat ist der ersehnte Volltreffer – der Müller brennt lichterloh.

Aber wir werden auch der sich gänzlich veränderten Situation gewahr. Nun haben wir es Aug in Aug mit Schaben der Traumsaat zu tun, die in etwa die gleichen Unterscheidungsmerkmale aufweisen, die schon Müller und Geselle unterscheiden. Das, was einmal der Müller gewesen ist, strebt Richtung Tür, der Geselle verharrt, während ich mich an die Verfolgung des Müller-Etwas mache. Ruriel verschanzt sich hinter dem Mühlstein. Marielle schießt mit dem Bogen auf den Gesellen, ich meine aber zu hören, dass sie nicht trifft. An der Tür stelle ich das Müller-Etwas und schlage blindlinks darauf ein. Plötzlich spüre ich Ruriels Hände und erstarke ob einer unbekannten Raffaelitenkraft, die mich durchdringt. Ich schlage weiter, während hinter mir die Pfeile surren. Mit letzter Entschlossenheit treibe ich einen Teil meiner Seele durch die Eingeweide des Müllers. Die verhasste Kreatur ist endlich tot. Schon mal sich Ruriel auf, den Gesellen zu stellen. Sie wirft einen Dolch und dann ist es auch mit dem Gesellen vorbei. Ein kurzes Blickduell zwischen Ruriel und Marielle, dessen Grund sich mir nicht erschließt, senkt sich zusammen mit der wieder einkehrenden Stille auf diesen Raum.

Um ein Aufflackern des Lebensfunkens bei den beiden Kreaturen zu vermeiden, trenne ich den Kopf des Müller-Etwas von dessen unnatürlich muskulösem Rumpf. Doch, was ist das? Etwas fällt aus seinem Hinterkopf heraus auf den Boden. Eine Mischung aus Hummer und Assel möchte sich davon stehlen. Doch wir beenden aus dieses Unleben. Beim Gesellen verhält es sich ähnlich. Neben Euromünzen, von denen ich ein Zehnt für die Kirche einbehalte, finde ich einen Brief. Der rote Faden beginnt sich in das Schicksalgewebe einzuweben. Etwas geschieht hier aus einer genauen Planung heraus. Und die Traumsaat ist der zentrale Kern dabei. Wir entsorgen die Überreste der Schaben in den Säcken der Mühle. Eine genaue Untersuchung zeigt dabei in Verbindung mit dem Mühlstein, dass hier die Muscheln verarbeitet wurden. Jetzt werden wir uns nochmal den Bäcker zur Brust nehmen. Der kann etwas erleben!

18.12.07 23:40, kommentieren

Der Tod und das Dorf

Kosnitz ist von Prag aus nicht innerhalb eines Tages zu erreichen. Marielle wäre am schnellsten dort aufgrund ihrer ausgedehnten Flüge, die sie als Urielitin gewohnt ist. Ich und erst recht Ruriel können in dieser Hinsicht nicht folgen. Zudem ziehe ich einen sicheren Ort für die Rast einer nicht befestigten Lichtung vor, die von jeder Seite frei zugänglich ist. Also fällt die Entscheidung, erst nach Krakau und von dort nach Kosnitz zu reisen. Die Reise verläuft erfreulicherweise ohne Zwischenfälle, nach der Ankunft zu nachtschlafener Zeit in Krakau sinken wir in die Halbwelt halb bewusster Bilder. Das mir leidlich vertraute Klackern von Metall verfolgt mich wieder. Dann blicke ich in den Morgen. Wir erledigen die liturgischen Verpflichtungen, sammeln uns auf der Landeplattform und fliegen Richtung Kosnitz von dannen.


Zum ersten Mal erspähe ich die Nordsee mit meinen Augen. Ein gigantisches, rauhes Meer. Ob ich Marielle etwas vormachen kann, wenn ich ihr sage, dass man das Meer auch „blanken Hans“ nennt? Nein, glaube ich nicht. Unter uns verläuft wieder eine Straße, in diesem Fall die Straße nach Lemberg – und dann ist Kosnitz erreicht, ein kleines, ungeschütztes Dorf. Hier soll etwas passieren können?! Würde hier einer der Waffenmeister aus dem Himmel zu Nürnberg den Schlüssel verlieren, er müsste sich noch nicht einmal dafür rechtfertigen an diesem friedlich scheinenden Ort. In diesem Bewusstsein steigt mir leicht die Galle hoch.


Wir landen auf der kleinen und provisorisch wirkenden Landeplattform von Kosnitz. Uns empfängt Juri, der Armatura von Kosnitz. Zwei schwarze Bänder am Revers seiner Oberbekleidung künden von Trauer in seinem persönlichen Umfeld. Juri heißt uns willkommen. Ohne uns erst akklimatisieren zu können, werden wir direkt in die Auseinandersetzung einer Fischerin, Marike, mit ihrer Kundschaft hineingezogen. Zwei Männer haben sich vor ihrem Stand aufgebaut, an dem sie Muschel verkauft. Die Männer beschweren sich über leere Muscheln, die sie angeblich verkauft. Ich kaufe einen Sack Muscheln von ihr und einen weiteren mit dem Geld der beiden Kunden, da sie nicht mehr gewillt ist, denen einen nochmals zu verkaufen. In beiden Säcken sind Muscheln enthalten, die verschlossen aber leer sind. Meine Schar verspricht, sich der Sache anzunehmen.


Mit Marike wollen wir die Muschelbänke inspizieren. Deshalb begleiten wir sie zu ihrem Haus, das auf der anderen Seite der Flussmündung liegt. Mit ihrem Boot machen wir uns auf die Nordsee hinaus. Bei den Muschelbänken angekommen, fischen wir nur im Trüben. Als wir den Boden mit langen Stangen, die zum Ernten der Muscheln von Marike eingesetzt werden, abtasten, finden wir nichts. Marielle, Ruriel und ich bleiben auf einer Sandbank zurück, während Marike zurückfährt. Ein heran eilender Templer ist die Abwechslung, auf die wir zu dieser Stunde wortlos warten. Er reportiert, dass Ephigenie, die Frau des Schmieds verschwunden sein. Sodann fliegen wir zur Garnison von Kosnitz zurück. Ephigenie ist laut Juri die Kräuterfrau des Dorfes und in den Wäldern verschwunden. Da die Nacht sich ankündigt und wir ein zu großes Gebiet absuchen müssten, verharren wir in Kosnitz, um am nächsten Tag nach Ephigenie zu suchen.


Bevor wir zu Tagesanbruch mit der Suche beginnen, erreicht die von Juri ausgesandte Scharlachreiterin Irina Kosnitz. Mit sich führt sie einen Sack an ihrem Pferd mit, in dem sie etwas mitführt, dass gut und gern als Mensch durchgehen könnte. Die Befürchtung wird zur Gewissheit, es handelt leider um die arme Frau. Beutereiter hätte sie tot gefunden, berichtet Irina. Wir bringen sie in die Garnison. Ruriel nimmt ihre Wunden in Augenschein. Es scheint, dass sie durch einen Schlag auf den Hinterkopf getötet worden ist. Diese Art unnatürlichen Todes ist in Kosnitz in diesen Zeiten wie ein Dammbruch. Juri ist fassungslos. Um Janosch den Tod seiner Frau nicht noch schwerer begreifbar zu machen, machen sie Marielle und Ruriel daran, Ephigenie so vorzubereiten, dass ihre Verletzungen nicht offen sichtbar ist. Persönlich kann ich nicht so trauern, wie es Menschen tun. Stirbt einen Kreatur der Traumsaat, so ist das vom Einen vorgesehen, stirbt ein Engel, so hat er seinen Dienst final abgegolten. Ich lasse nach Janosch schicken, der nach der Hälfte einer Stunde eintrifft. Seine Trauer ist grenzenlos. Er weißt nicht, wie es mit dem Kind von ihm und Ephigenie weitergehen soll, das Kleinkind braucht die Mutter, und er kann nicht seinem Beruf nachgehen und sich um das Kind kümmern. Er bricht zusammen und wir schaffen ihn in auf eine Schlafstelle. An seinem Nacken bemerken wir eine Beule, die uns beunruhigt.


Dann trifft die Nachricht ein, dass der Tag noch dunkler zu werden droht: Der Hebamme, die auch Ephigenies Kind betreut, sei verletzt, vielleicht sogar tot. Ohne zweite Gedanken hetzen wir deren Haus. Im Haus treffen wir auf den Arzt des Dorfes, der sich keinen rechten Reim auf das machen kann, was da im Bett liegt. Die Hebamme liegt still in ihrem Bett, an ihrer Seite ein Säugling. Eine genaue Augenscheinnahme lässt Ruriel eine Verletzung an der linken Brust der Hebamme finden. Ein Einstich, der rot umrandet ist. Möglich ist gar, dass sich der Säugling daraus ernährt hat. Wir beschließen, die Hebamme auch in die Garnison, den momentan sichersten Ort zu bringen. Dann offenbart sich der Abgrund der Traumsaat. Aus dem Kind bricht eine Gestalt hervor, die grob an ein Kind erinnert. Es starrt uns aus seinen Augenpaaren an und greift die unglückliche Marielle an. Ein Biss, ein Schmerz durchzuckt sie, bevor ich mein Schwert entzünden kann und das Balg töten kann.

16.12.07 12:27, kommentieren

Im Himmel der Ramieliten

Alles ist so fremd an diesem Ort. Der Nürnberger Himmel ist so gleich und gleich so anders wie der Himmel der Ramieliten. Hier wirkt alles zerbrechlicher, bunte Lichter blinken, Türen, die sich öffnen, nachdem ein kleiner Knauf zu berühren war. Am markantesten waren bei der Landung die stangenartigen Fortsätze an den obersten Zinnen des Himmels. Jetzt stehen wir in einer Kiste, die sich bewegt, nachdem sich die Türen schließen. Als wir aussteigen, stehen wir im Vorzimmer von Abt Abogasts Arbeitsräumen. Ich rechne damit, dass uns jemand die Türen aufmachen wird. Hingegen öffnen sich die Türen auf einen Druck auf ein pulsierendes illuminiertes Viereck hin.
Der Abt residiert in einem in Büro, das er sich so eingerichtet hat, dass ihm auch die dritte Dimension für seine Arbeit offensteht. Rolltreppen, Emporen und Stellleitern überall...neben all diesen Büchern. Eine eigene Enzyklopädie des Wissens hat sich der Abt hier zusammengestellt. Ich hoffe für ihn, dass er mit dem Wissen verantwortungsvoll umgeht. Der Abt steht uns erhöht gegenüber. Er erteilt die Anweisung, dass sich meine Schar im Küstenort Kosnitz an der Nordsee einfinden soll, um die dortigen Templer zu unterstützen. Insbesondere ist es dem Abt wichtig, noch auf die existierenden Konflikte mit der Neuen Hanse hinzuweisen. Dieser Bund weltlicher Mammonjünger sei beständig versucht, ihren Einflussbereich auszudehnen. Sitz dieser Vereinigung ist die Stadt Urbs Lipsia, in der meine Gabrieliten, der kämpfende Orden, die verlorenen Seelen einfängt, die die Neue Hanse aus dem fruchtbaren Boden des Glaubens gerissen hat und reißt. Menschen sind so manipulierbar, wenn sie funkelndes Metall sehen. Dabei können sie sich weder an einer Münze nähren, noch darauf vertrauen, dass der Inhalt ihres Säckels in Krisenzeiten überhaupt eine Tomoffel wert ist.
Wir verabschieden uns vom Abt. Mit dem erhaltenen Auftrag machen wir uns an die letzten Vorbereitungen vor unserem Abflug. Den Weg zur Waffenkammer treffen wir auf einen Fra, der so freundlich ist, nach Zureden meinerseits uns den Weg zur Waffenkammer zu zeigen. Dort rüsten wir uns mit diversen Kleinigkeiten aus. Ich spiele mit dem Gedanken, mir ein neues Schild zuzulegen, verwerfe den Gedanken jedoch in Anbetracht der angebotenen Alternative. Allerdings, das griechische Feuer klingt interessant, es verspricht eine Wirkung, die ich schmerzlich in Nürnberg zu spüren bekommen habe. Dann heben wir für den Einen von der Landeplattform ab.

1 Kommentar 15.12.07 23:10, kommentieren

Juhu, es klappt etwas auch mal ohne Problem: Der Upload von Blog-Einträgen per E-Mail funktioniert auch. Bin trotzdem etwas spät dran. Es gab mehr zu schreiben, als ich erst dachte. Eine Kürzung hätte alles irgendwie abgehakt gewirkt.

 

15.12.07 20:13, kommentieren

Unterwegs nach Prag

Unter uns schlängelt sich uns begleitend eine alte Straße in Richtung Norden entlang. Die Straßendecke ist an vielen Stellen durch die Zeitalter stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Inseln von Pflanzen wie Erhöhungen und Senken haben die Straße an vielen Stellen schwer passierbar gemacht. Marielle erspäht am um die Nachmittagszeit einen in Schwierigkeiten steckenden Wagen. Eine Frau liegt eingeklemmt unter dem Gefährt, dass Wasserfässer geladen hat. Ihr Kind schreit sich währenddessen die Seele auf dem Leib und ist vollkommen verzweifelt. Wir landen unweit vom Wagen, beruhigen zuerst den Sohn und schaffen es anschließend mit einiger Mühe, die Frau unter dem Wagen wegzuziehen, indem wir erst das Wasser aus den Fässern ablassen und dann mit vereinter Kraft den Wagen hochheben. Sie ist äußerst schwer verletzt und nicht ansprechbar. Wie segensreich ist es, dass mit Ruriel einen Heilerin die Wunden so gut es geht schließen kann. Ich entsende nach einem Gespräch mit dem Jungen Marielle nach Rimini, wohin die Frau unterwegs war. Durch gute Winde kehrt Marielle alsbald mit einem Armatur Michaeliten-Templer zurück, die die Frau nach Rimini bringen. Diese Gelegenheit nutzend, beschließen wir in Rimini zu nächtigen. Am nächsten Tag entscheide ich mich für die Adria-Route, eine von zwei Alternativrouten, die mir Marielle als geeigneste Wege nach Prag vorschlägt. Über Zagreb könnte wir dann direkt Prag ansteuern. Der Weg über das Meer ist begünstigt durch die Winde, Ruriel schwächelt aufgrund ihrer filigraneren Körpers, doch nachdem Marielle ihr etwas von der Last abnimmt, können wir den Weg ohne wirkliche Problem fortsetzen. Nachdem wir die Küste an der anderen Seite erreicht haben, sprechen wir ein Gebet an den Einen, um uns für die glückliche Reise zu bedanken. Dann beschließen wir den Tag durch das Zusammentreffen mit zwei Wildhunden, die ich erst gar für niedere Kreaturen der Traumsaat halte, die Marielle aber als unsere Wächter für die Nacht gewinnt. Am nächsten Tag treffen wir unweit von Zagreb auf ein totes Pferd, das auf der Straße liegt. Die Situation näher in Augenschein nehmend - Raffaeliten sind in der Lage, viel über Wunden und damit verbundene Dinge zu sagen -, stellen wir fest, dass der Reiter des Pferdes durch irgend jemanden oder irgend etwas in den Wald mitgerissen wurde. So betreten wir das Unterholz mit gezogenen Waffen und der mir wohlig vertrauten Anspannung auf den Feind. Marielle ist die erste, die das libellenartige Etwas sieht, dass sich Momente zuvor noch an einem Baum geklammert hat und sich nun auf uns stürzt. Ich mit meinem Flammenschwert bin der erste, den sie zu treffen versucht, jedoch ohne Erfolg. Gleicher bleibt auch mir versagt, Hieb um Hieb, den ich ausführe. Ruriel versucht mich durch einen ihrer mir nicht bekannten Kräfte zu unterstützen. Dann ist es Marielle, die durch ihren Pfeilbeschuss der Libelle deren Aufmerksamkeit auf sich zieht und von dem Untier verletzt wird. Ich erlage schlussendlich meine ureigene Kraft zurück und durchtrenne den Lebensfaden der Libelle mit einem Stoß meiner Klinge. Im Augenschein des Tages sehe ich mir die Libelle und die Umgebung nochmals genauer an, während sich die gezeichnete Marielle zusammen mit Ruriel zur Straße aufmacht. Gut zwischen acht oder zehn Fuß lang, stellen Libellen dieser Art eine wirkliche Bedrohung für einzelne Reisende dar. Ein Grund, warum Menschen dieser Tage nicht mehr als nötig reisen. Und für wahr, im Baum über mir liegt der unglückliche Kurier der Ramieliten, hinterrücks aus dem Leben gerissen, mit einer Botschaft in seinem Besitz. Diese und seine Insignien sammele ich ein, trage die tote Hülle an die Straße und verbrenne sie dort den Traditionen der Ramieliten entsprechend. Nach dem Erreichen von Zagreb übergebe ich die Botschaft und die übrigen Habseligkeiten der ramielitischen Boten an den weichlich und unsicher wirkenden Armatura. Meine Schar nächtigt in Zagreb. Ich spreche dem Armatura noch gut zu, um ihm Mut zu geben, dann setzen wir die Reise nach Prag fort. Schon in der weiteren Peripherie um Prag beginnt ein Summen in unseren Köpfen einzusetzen. Jede Maßnahme, diesen destruktiv-melodischen Singsang zu unterbinden, scheitert. Trotz dieses fast körperlichen Schmerzes erreichen wir durch Nebel hindurch die Landeplattform des Ramielitenhimmels zu Prag. Eine Begine empfängt uns und bringt uns zu Abt Abogast, der unseren eigentlichen Auftrag formulieren soll.

15.12.07 20:01, kommentieren

Die Weihe

Der Tag der Weihe ist gekommen. Feierlich gewandet, zum ersten Mal im Beisein der übrigen Engelsorden, beginnt in der großen Halle die Meditation, das Einschwören auf den Einen. Leise Tumulte aus der Fraktion der Urieliten sorgen für milde Unruhe. Fehlt dort nicht jemand - ein Platz scheint frei geblieben zu sein. Schwund schon auf dem Weg nach Roma Eterna? Wenn dieser Orden nicht in der Lage ist, sich selbst zusammen zu halten, was dann? Momente später entsteht eine Gasse, durch die eine junge Urieliten an ihren Platz geführt wird. Wie es scheint, gibt es Engel der Urieliten, die einen dramatischen Auftritt einer unspektakulären Kostprobe ihres Orientierungssinns vorziehen. Ich entscheide mich für eine für sie sichbare Geste, die zum Ausdruck bringt, wie ich über ihr mangelndes Zeitgefühl denke. Die Weihe ist, Kirchenfeste ausgenommen, einer der wenigen festen Termine, die einfach einzuhalten sind. Kein Aber, kein Lamentieren.

Bald wird Pontifex Maximus Petrus Secundus das Wort an uns richten. Die Torbögen nach draußen geben den Blick frei hinaus nach Roma Eterna. Nach einer motivierenden wie anerkennenden Rede fordert der Pontifex uns in dieser heiligen Stunde auf, dass wir uns in die Lüfte begeben. Die neu geweihten Engel zögern nicht, sondern steigen auf und fliegen, sich von einander ununterscheidbar machend, über die Dächer dieser großen, heiligen Stadt. Ein Farbenmeer erstreckt sich so weit die Augen die Peripherie überblicken können. Das Gleiche weicht dem Gefühl der Vielfalt der Scharen. Individuen warten auf diesen Moment, an dem sich sich dem Einen ergeben ergänzen.

Ich lande an dem Punkt, wo die Scharen ausgerufen werden. Schwer darauf wartend, endlich einer Schar zugeteilt zu werden, die nach Frankreich in den Krieg zieht, beginnt der Sand durch die Zeitmesser zu fallen. Mehr und immer mehr Scharen finden sich, während die Fras die Namen der Scharmitglieder verlesen. Bin ich vielleicht nicht auf einer ihrer Listen vertreten? Ich erkundige mich, äußere einen leichten Protest und werde nur weiter verwiesen. Soll so meine Weihe verlaufen, ich fasse es nicht. Dann, nur noch sechs, fünf, vier, dann drei, dann zwei weitere Engel sind noch zugegen, wird die Bildung einer Kummerschar proklamiert durch den Fra. Erschwerend kommt hinzu, dass die Urielitin noch neben mir steht, sie und ihr Makelvotiv. Außerdem ist eine undurchsichtige Raffaelitin hier zu dieser Stunde. Wo ist der Fatzke von Michaelit, wenn man, wenn ich ihn suche. Was wird das hier? Eine Kummerschar bilden - mit den beiden? Gedanken schießen mir durch den Kopf, was unsere zukünftigen tapferen Taten betrifft. Werden wir einem Abt unter Zeitdruck dabei helfen, die richtige Abschlussnote unter seine Korrespondenz zu setzen? Ich protestiere erneut gegen diese schiere Sinnlosigkeit in meinen Augen, diese Fehlbesetzung. Ich verstehe zu wenig von der Eisenverarbeitung, um mein Schwert zu Pflug umzuarbeiten. Heißt das jetzt, ich werde fortan ein besserer Kurier sein für beleibte Würdenträger, während der Westen auf mich zu warten hat?

Bestimmt, aber ohne meinem Einspruch zu entsprechen, erhalte ich zusammen mit der Raffaelitin, die der Fra mit Ruriel anspricht und der Urielitin Marielle, die somit auch einen Namen und zusätzlich als einzige ein weiteres Makelvotiv für ihr ungebührliches Verhalten umgebunden erhält, die Votive der Schar. Unser erster Auftrag soll uns nach Prag, tief in das Land der Ramieliten führen. Innerlich würde ich gerne diesem Orden aufgrund der Ereignisse eine durchdringende Kopfwäsche bieten, um ihre von mir befürchteten vergeistigten Aufträge in eine verständliche Form zu überführen. Ramielsland, die sicherste Region dieser Welt, warum bloß das?

Ich nehme die Verantwortung an, da es sich um den Willen des Einen handelt. Und zum ersten Mal erhebt sich die Schar Tenuriel in den Himmel über Rom entlang der adriatischen Küste.

15.12.07 20:01, kommentieren

Flug in eine ewige Stadt

Rom. Es ist die letzte Stunde des Fluges. Roma Eterna beginnt sich am Horizont abzuzeichnen. Dieses Bollwerk des Glaubens ist an diesem Tage die einzige Konstante. Der Himmel selbst ist in Bewegung. Aus dem Norden, Osten, Süden und Westen bewegen sich kleine Punkte wie auf einem Sternenstrahl auf Rom zu. Wie Sand, den man über ein Gemälde streut, so offenbart sich mehr und mehr das Schlagen der Flügelpaare der nach Rom gerufenen Engelsscharen. Zum ersten Mal in meinem Leben spüre ich inneren Frieden. Die durch meine Ausbildung hervorgebrachte Anspannung - die das Leben in diesen Zeiten deutlich zu verlängern mag - fällt von meinen Schwingen ab.

Aber ich vermisse Nürnberg auch, an diesem Punkt, wo die Engel anderen Orden bei abnehmender Entfernung neben einer unscharfen Kontur auch ein Gesicht erhalten. Das ist es, was sie neben den Menschen so schützenswert macht. Die Palette an Emotionen, die diese Gesichter transportieren können. Was für ein Fehler die Traumsaat ist, die nur zwischen Zorn und dem Leid des eigenen, ewigen finalen Schweiterns, so viel nicht erlebt.

Von Samariel wurde vor der Abreise aus Nürnberg eine gewisse Zurückhaltung im Umgang mit den Engeln anderer Orden angemahnt. Unsere Ausbildung sei überaus effektiv ausgestaltet, könne aber zu Irritationen beim ersten Zusammentreffen mit insbesonders den Müßiggängern unter den Engelsorden, den Ramieliten, führen. Urieliten seien akzeptabel. Neben dem Fakt, dass sie ganz annehmbar mit ihrer meisterlich gearbeiteten Bögen umgehen könnten, seien sie - unschätzbar - auch in der Lage, ihren Redeschwall zu zügeln und sich mit der Natur zu beschäftigen. Samariel machte vor allem deutlich, dass es auf den Michaeliten ankäme. Viele seien Rhetoriker, die vor allem die sie umgebende Luft anwärmen könnten. So wie Ramieliten höchstens sprichwörtlich einem verdorbenen Gezücht die Stirn böten, sei nicht oft beobachtet worden, dass die spitze Zunge eines Michaeliten Wunden schlagen könne.

Dann berüherte mein Fuß den Boden. Rom.

14.12.07 18:44, kommentieren


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